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Lebenszyklus der Fruehen Adonislibelle

  • Simone
  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 1 Tag

Liebe Naturfreunde,

Libellen gehören für mich zu den faszinierendsten Insekten. Mit ihren akrobatischen Flugmanövern und ihren schillernden Farben begeistern sie mich immer wieder aufs Neue. Die Frühe Adonislibelle zählt zu den ersten Libellen des Jahres. Je nach Witterung reicht ihre Flugzeit meist von April bis Juni. Mit ihrer leuchtend roten Färbung sind diese Kleinlibellen ein echter Hingucker. Wie aus einer unscheinbaren Larve eine ausgefärbte Libelle wird, möchte ich euch in diesem Beitrag zeigen.


Ausgefärbte Frühe Adonislibelle mit Larvenhaut auf einem Ast am Gartenteic
Larvenhaut und ausgefärbte Frühe Adonislibelle

Gartenteich libellenfreundlich gestalten

Wer Libellen an seinem Gartenteich beobachten möchte, sollte auf eine strukturreiche Ufervegetation mit flachen Randbereichen, freien Wasserflächen sowie vielen Wasserpflanzen für die Eiablage achten. Zusätzlich benötigen Libellen erhöhte Ansitzwarten, um den Teich überblicken zu können. Dünne Äste dienen als Jagdansitz und helfen den Libellen, revierfremde Artgenossen frühzeitig zu erkennen.


Larvenstadium - Leben unter Wasser

Das Leben einer Frühen Adonislibelle beginnt mit der Eiablage der Weibchen an Pflanzenstängeln unter Wasser. Nach ein paar Wochen schlüpft daraus die Larve. Nach ganz kurzer Zeit erfolgt bereits die erste Häutung, woraus die freilebende Libellenlarve hervorgeht. Die unscheinbaren, braunen Larven leben ein bis zwei Jahre zwischen Unterwasserpflanzen und Versteckmöglichkeiten in der Tiefwasserzone. Sie ernähren sich räuberisch von Wasserinsekten und sind besonders nachts aktiv. In der Endphase des Larvenstadiums halten sie sich zunehmend im Flachwasserbereich auf und man kann sie gut beobachten.


Larve der Frühen Adonislibelle zwischen Steinen im Gartenteich
Larve im Teich

Wenn es Zeit für den Schlupf (Emergenz) ist, klettert die Larve an einer Pflanze, z.B. hier am Zwergschilf, über die Wasseroberfläche. An ihren Beinen befinden sich kleine Widerhaken, die ihr einen sicheren Halt an Pflanzen und anderen Oberflächen ermöglichen.


Larve der Frühen Adonislibelle klettert vor dem Schlupf an einem Zwergschilf empor
Larve vor dem Schlupf

Schlupf

Unmittelbar vor dem Schlupf nimmt die Larve Luft auf, bis der Druck so groß ist, dass die Larvenhaut (Exuvie) am Rücken aufplatzt. Dann beginnt die Libelle, sich vorsichtig aus der Larvenhaut heraus zu schieben. Zum Schluss befreit sie auch ihren Hinterleib aus der nun leeren Larvenhaut. Der eigentliche Schlupfvorgang dauert bei einer Kleinlibelle etwa eine Stunde.


Frühe Adonislibelle während des Schlupfs auf einem Pflanzenstängel
Schlupf fortgeschritten


Diese Frühe Adonislibelle hat den Schlupf abgeschlossen und sitzt auf ihrer Larvenhaut. Sie befindet sich weiterhin in einer sensiblen Phase, da ihre Flügel noch weich und zusammengefaltet sind. Sie ist somit noch flugunfähig. Innerhalb weniger Stunden, je nach Witterung und Temperatur, härten die Flügel aus und die Libelle wird flugfähig.


Frisch geschlüpfte Frühe Adonislibelle mit Larvenhaut nach dem Schlupf an einem Tannenwedel
Unausgefärbte Libelle mit Larvenhaut

An heißen Tagen schlüpften die Frühen Adonislibellen so zahlreich, dass jeder Pflanzenstängel, wie hier beim Blutweiderich, genutzt wurde.


Mehrere frisch geschlüpfte Frühe Adonislibellen am Blutweiderich
Massenschlupf am Blutweiderich

Die Survival-Experten

Diese beiden Individuen schlüpften trotz einer Schlechtwetterfront und starkem Regen. Erneut war ich von ihrer Anpassungsfähigkeit begeistert. Um die Gefahr, von einem Pflanzenstängel abgespült oder vom prasselnden Regen deformiert zu werden, zu vermeiden, schlüpften sie einfach unter dem schützenden Unterschlupf der Teichrandplatten.


Zwei frisch geschlüpfte Frühe Adonislibellen an der Teichfolie unter einem Steinvorsprung
Schlupf im Unterschlupf

Jungfernflug

Sobald die Frühe Adonislibelle ausgehärtet und flugbereit ist, startet sie in den sogenannten Jungfernflug. Dabei landet sie meist für einen kurzen Zwischenstopp in einer angrenzenden Pflanze. Nach dem Jungfernflug entfernt sie sich zunächst vom Gewässer und verbringt einige Zeit in der umliegenden Vegetation. Erst nach der Geschlechtsreife kehrt sie zur Fortpflanzung an das Gewässer zurück.


Frühe Adonislibelle nach dem Jungfernflug auf einem Blatt
Jungfernflug

Selten missglückt der Jungfernflug und das Jungtier landet im schlimmsten Fall im Teich. Glücklicherweise konnte ich dieses Exemplar aus dem Wasser retten. Nach einer kurzen Trocknungsphase flog sie wieder davon.


Gerettete Frühe Adonislibelle nach missglücktem Jungfernflug auf einem Finger
Rettung aus Wasser

Paarung

Sobald sich ein Männchen und ein Weibchen gefunden haben, hält das Männchen das Weibchen mit seinen Hinterleibsanhängen am Hinterkopf fest. So fliegen sie zunächst im sogenannten Tandem umher. Nach einiger Zeit biegt das Weibchen ihren Hinterleib nach vorne und das sogenannte Paarungsrad (Paarungsherz) wird gebildet. In dieser Position verharren sie und die Paarung findet statt.


Frühe Adonislibellen im Paarungstandem
Paarungstandem


Eiablage

Nach erfolgreicher Paarung wechseln die Frühen Adonislibellen wieder ins Tandem und fliegen so einzelne Wasserpflanzen an. Das Weibchen sticht ihre befruchteten Eier in Stängel unterhalb der Wasseroberfläche.


Frühe Adonislibellen bei der Eiablage an einem Tannenwedel
Eiablage

Schlupfdynamik

Letztes Jahr hatte ich die Frühen Adonislibellen über einen längeren Zeitraum bei der Eiablage beobachtet. Daher war ich optimistisch, dieses Jahr die neue Generation beim Schlüpfen beobachten zu können. Meine Erwartungen wurden bei Weitem übertroffen. Der erste Schlupf fand am 23. April statt, zunächst ging es vereinzelt weiter bei noch recht kühlen Temperaturen. Als es Anfang Mai allmählich wärmer wurde, gingen die Schlupfzahlen sprungartig nach oben. Bisher war der Tagesspitzenwert von 31 geschlüpften Individuen am 4. Mai. Bis heute habe ich ziemlich genau 240 geschlüpfte Jungtiere dokumentiert. Dafür habe ich abends an den jeweiligen Pflanzen und anderen Strukturen wie Ästen die Larvenhäute abgesammelt und gezählt. Somit kann ich über die Libellensaison hinweg die Schlupfdynamik erfassen.


🌟 Fazit

Es ist faszinierend zu beobachten, wie sich aus einer unscheinbaren Libellenlarve innerhalb weniger Stunden eine flugfähige Libelle entwickelt. Umso mehr freue ich mich, dass sich mein kleiner Gartenteich inzwischen als wertvoller Lebensraum bewährt hat.

 

Ich danke euch fürs Lesen! Liebe Grüße, Simone


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