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Saisonstart am Gartenteich

  • Simone
  • vor 7 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Liebe Naturfreunde,

nach einem langen, zähen Winter konnte ich es kaum erwarten, meinen kleinen Gartenteich, nun bereits im zweiten Jahr bestehend, für die neue Saison vorzubereiten. Die Wasserpflanzen hatte ich größtenteils bereits im Herbst zurückgeschnitten, sodass ich nur noch minimal eingreifen musste.


Mit den ersten warmen Tagen fuhr der Stoffwechsel wieder hoch und das Wachstum in meinem kleinen Ökosystem nahm Fahrt auf. Zahlreiche Pflanzen gewährleisten einen guten Sauerstoffgehalt im Teich sowie stabile Wasserwerte, sodass keine Pumpe oder sonstige Technik notwendig ist. Das ist mir sehr wichtig, um den Lebensraum möglichst natürlich zu halten und eine Pumpe als potenzielle Gefahrenquelle für Libellenlarven und andere Teichbewohner auszuschließen.


Das Leben kehrt zurück

Bereits Ende März blühten die Sumpfdotterblumen. Als Frühblüher bieten sie (Wild)bienen und zahlreichen anderen Insekten eine erste wertvolle Nahrungsquelle. Sumpfdotterblumen sind in der gelben Naturform sowie mit weißen Blüten zahlreich im Teich vorhanden. Etwas später im Jahr werden sie zudem von Libellenlarven gerne als Schlupfplatz angenommen.


Weiße Sumpfdotterblume spiegelt sich in der Wasseroberfläche, brauner Hintergrund
Sumpfdotterblumen

Sobald die ersten Wasserläufer über die Wasseroberfläche flitzen, weiß ich, dass das biologische Gleichgewicht stimmt. Als Bioindikatoren für gute Wasserqualität und Reiniger der Teichoberfläche sind sie bei mir gerne gesehen.


Zudem sind Wasserläufer interessante Fotomotive. Es ist gar nicht so einfach, diese grazilen Wasserbewohner mit der Kamera zu fokussieren. Wenn sie gerade nicht über die Wasseroberfläche laufen, halten sie sich auf Seerosenblättern auf, um sich zu putzen, nach Beute Ausschau zu halten oder um sich zu paaren.


Wasserläufer sitzt auf Seerosenblatt und reibt sich die Beine, er spiegelt sich im Wasser
Wasserläufer

💧Der Gartenteich als Badestelle und Wasserquelle

Ab dem Frühjahr wird zunehmend gerne und ausgiebig gebadet. Dies dient nicht nur der Gefiederpflege, was in der strapaziösen Brutzeit besonders wichtig ist, sondern es macht auch einfach Spaß. Ein häufiger Badegast ist die Mönchsgrasmücke. Zwei bis drei Durchgänge wird auf jeden Fall gebadet und zwischendurch wird sich im Schutz der angrenzenden Hortensien trocken geschüttelt.



Natürlich stillen die Gartenvögel, wie z. B. der Erlenzeisig, auch ihren Durst. Ebenso zahlreiche Insekten wie Bienen und Wespen. Schmetterlinge saugen zudem Mineralien auf. Die Flachwasserzone mit den Kieseln bietet dabei guten Halt.


Erlenzeisig sitzt auf Kiesel am Teichrand, seitliche Ansicht
Erlenzeisig hat Durst

Biene sitzt auf Kiesel, die Kiesel glitzern
Biene trinkt in der Flachwasserzone

Der Gartenteich als Fortpflanzungsgewässer

Ab Anfang April zeigten sich zunehmend Libellenlarven der Frühen Adonislibelle in den Flachwasserbereichen. Vor allem nachts konnte ich sie zahlreich über den ganzen Teich verteilt entdecken. Ich war in Sorge, da im Winter der Teich wochenlang mit einer dicken Eisschicht zugefroren war. Umso erleichtert war ich, dass sie den Winter gut überstanden hatten.


Aktuell schlüpfen Frühe Adonislibellen zahlreich an den verschiedensten Pflanzen und Strukturen. Über den Lebenszyklus der Frühen Adonislibelle berichte ich genauer im nächsten Beitrag.


Frisch geschlüpfte Adonislibelle mit Exuvie sitzt an grünem Schachtelhalm, umgeben von vielen Schachtelhalmen
Frühe Adonislibelle frisch geschlüpft

📸 Kreative Perspektiven

Erwartungsgemäß gibt es am Teich durch die Wasserpflanzen vorwiegend Grüntöne, was man zur Gestaltung der Hintergrundunschärfe (Bokeh) einsetzen kann. Meine Idee war es, die zwei Blüten der Sumpfdotterblume in Szene zu setzen. Die Kamera auf die Blüten fokussiert und flach über die Wasseroberfläche gehalten, verschmolz die Umgebung.


2 Blüten der Sumpfdotterblume mit cremigem dunklem Bokeh
Sumpfdotterblumen

Ebenso angewandt beim Wasserläufer, nur mit anderen Lichtverhältnissen und aus einem anderen Blickwinkel. So kann man am Teich nicht nur Aufnahmen zur Dokumentation machen, sondern ebenso kreativ sein.


Wasserläufer spiegelt sich im Teich, Ansicht von hinten, grünes cremiges Bokeh
Wasserläufer

🌟 Fazit

Der Gartenteich als kleines Ökosystem ist eine Bereicherung für viele Arten in den verschiedensten Facetten: Als Lebensraum, Nahrungs-/Wasserquelle, Badestelle, Jagdrevier, Reproduktionsgewässer und für mich ein fantastischer Beobachtungsraum und Möglichkeit, Artenvielfalt zu erhalten.


Ich bin gespannt, was sich dieses Jahr alles ereignen wird. Es wird mit Sicherheit aufregend! Habt ihr auch einen Gartenteich oder sucht ihr Gewässer auf, um zu beobachten, was es dort zu entdecken gibt?


Lest dazu auch gerne meinen Blog-Beitrag „Erstes Jahr am naturnahen Gartenteich: Lebensraum für Artenvielfalt“ auf dem AC-Foto Blog (https://blog.ac-foto.com/erstes-jahr-am-naturnahen-gartenteich-lebensraum-fuer-artenvielfalt/#more-4675).


Ich danke euch fürs Lesen! Liebe Grüße, Simone


💬 Eure Rückmeldung

Hat euch der Beitrag gefallen? Habt ihr Fragen zum Teich oder möchtet euch über Tiere und Pflanzen fachlich austauschen? Schreibt mir gerne über das Kontaktformular – ich freue mich über jede Nachricht und jeden Eindruck!

 
 
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